Wer kennt Wladimir Michailowitsch Apuchtin? Seine Tochter in Russland sucht nach ihren Geschwistern in Österreich
Frau Marina Orlenko aus Russlad,
Tochter von Wladimir Michailowitsch Apuchtin, sucht ihren Bruder oder ihre Schwester in Österreich
«In Österreich wohnt wahrscheinlich mein Bruder oder meine Schwester, den oder die ich gerne kennenlerne möchte», - schreibt in einem russischsprachigen Internetforum Frau Marina Orlenko. Die aktive Suche nach dem Bruder oder Schwester laufen seit vier Jahren. Es gibt zwar noch kein Ergebnis, aber Marina ist überzeugt: Sie wird so lange suchen, bis sie ihre Verwandten findet.
Schon als Kind hörte das Mädchen von ihrem Vater, dass er nach Österreich reisen wollte. Die Kinderfragen: Was gibt es dort Besonderes und warum fliegt er dorthin? - blieben aber immer wieder unbeantwortet.
Als Marina 8 Jahre alt war, starb ihr Vater an den Folgen seiner Kriegsverletzungen. Im August 1943 wurde er an zwei Stellen schwer verletzt: Durchschüsse im Hals und Brustbereich. Marina erinnert sich auch an eine Narbe unter seinem rechten Schulterblatt.
Seit dem Tod von Marinas Vaters im Jahr 1964 redete niemand in der Familie mehr über Österreich. Erst einige Jahre später lüftete die Tante den Schleier eines Familiengeheimnisses.
Im April 1945 kam Marinas Vater Wladimir Apuchtin mit sowjetischen Truppen nach Österreich. Anfang 1946 machte er seine letzte Dienstreise mit der Kriegsgefangenentransportbrigade aus Österreich nach UdSSR und blieb auf ausdrücklichen Befehl in einer anderen Einheit in Moskau.
Im Februar 1946 verließ er unerlaubt seine Dienstelle und kam wieder nach Österreich um seine ehemalige Einheit zu suchen. Wladimir wusste aber nicht, dass sich seine Division weder in Österreich noch in Ungarn befand. Nach ein paar Monaten verhaftete ihn eine Heeresstreife der Roten Armee in Ungarn. Danach folgte das Militärtribunal der Sowjetischen Garnison in Budapest: 2 Jahre in einer Strafeinheit.
„Niemand von meinen letzten Verwandten, die noch meinen Vater kannten, erinnerten sich, wo genau mein Vater ab Februar 1946 gewesen ist“, - erzählt Frau Orlenko.
In einem russischen Archiv entdeckte sie noch ein Urteil der Zentralen Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte. Dieses sechsseitige Dokument datiert auf Januar 1948. Der Militärgerichtsentscheid klingt schrecklich: 5 Jahre im Arbeitslager wegen Streit und Ungehorsam gegenüber einem Offizier.
Über die tatsächliche Ursache des Streites mit dem Offizier erfuhr Marina viele Jahre später von ihrer Tante. „Mein Vater hatte trotz strengstem Verbot eine Freundin in Österreich und wusste schon, dass sie von ihm schwanger ist“, - sagt Marina.
Das Baby, das im Jahr 1948 (vermutlich in der Zeit Juni bis Oktober) geboren wurde, sah Wladimir nie.
Erst im September 1952 verlässt Wladimir Apuchtin vorzeitig das Arbeitslager, welches sich 32 Kilometer südlich des Polarkreises befand..
„Im Familienalbum fand sich kein einziges Foto, kein Brief, keine schriftliche Aufzeichnung. Alles, was mein Vater nach dem Krieg hatte, bevor er ins Lager musste wurde beschlagnahmt, - erzählt Marina, - über seine Kriegserlebnisse sowie über seinen Aufenthalt im Lager berichtete mein Vater fast nichts“.
Einige Jahre nach der Lagerzeit heirate Wladimir Apuchtin eine sowjetische Frau. Tochter Marina wurde 1956 in Leningrad (jetzt St. Petersburg) geboren. Jetzt lebt sie in Kiew (Ukraine).
Die aktive Suche nach österreichischen Geschwistern läuft seit vier Jahren. Es gibt zwar noch kein Ergebnis, aber Frau Marina Orlenko ist überzeugt: ich werde so lange suchen, bis ich meine Verwandten finde.
Übersetzt aus dem Russischen von Julia Egger übersetzt
Wer kennt diesen Mann? Seine Tochter sucht nach ihren Geschwistern in Österreich
Wladimir Michailowitsch Apuchtin, geboren 1926, war einer von jenen, die im April 1945 Österreich befreit haben.
Seine Geschichte:
Anfang des Jahres 1946 musste er Österreich verlassen und wurde zum Dienst in Moskau verpflichtet. Schon im Februar 1946 ist er von dort geflohen und nach Österreich zurückgekehrt. Wahrscheinlich suchte er seine österreichische Freundin. Niemand weiß, wo er in dieser Zeit war. Im Juni 1946 wurde er in Ungarn verhaftet und zu zwei Jahren in einer Strafeinheit verurteilt. Laut Erzählung seiner Schwester wollte er abermals ausreißen um seine Freundin zu besuchen, denn im Jänner 1948 wurde er erneut verurteilt, diesmal für fünf Jahre. Er soll damals schon gewusst haben, dass seine Freundin schwanger ist. Das Kind ist vermutlich im Jahr 1948 geboren (Zeitraum Juni bis Oktober).
Auf Grund seiner schweren Kriegsverletzungen und seiner Auszeichnungen wurde er vorzeitig entlassen, heiratete 1955 in St. Petersburg und bekam eine Tochter, Marina. Als das Mädchen erst acht Jahre alt war, starb Wladimir.
Marina hat erst viel später und auch nur bruchstückweise von den Abenteuern ihres Vaters erfahren. Sie sucht nun ihre Schwester oder ihren Bruder in Österreich. Vielleicht erkennt jemand den Mann auf dem Foto von damals?
Wladimir Michailowitsch Apuchtin wurde am 7. November 1926 als Russe in Kiew geboren. Im Juni des Jahres 1943 ist er als Freiwilliger unter Angabe eines falschen Geburtsjahres an die Front gezogen. Er wurde im September 1943 verwundet (Durchschuss des rechten Brustkorbes und des Halsbereiches mit Verbleib einer auffallenden Narbe an der Brust). Er beendete den Krieg als Soldat der 105. Gardeschützendivision in Österreich (möglicherweise in Wien).
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